Trainingsorte in Hamburg – Harburger Berge

24. Mai 2021

In unserem Alltag als Personal Trainer haben wir das Glück, jeden Tag die unterschiedlichsten Orte und Plätze in Hamburg zu besuchen. Wir von Ultra Personal Trainer haben es uns zum Konzept gemacht, die Entscheidung des Trainingsortes unseren Klienten zu überlassen. Dabei kommen wir viel herum und sehen die schönsten Orte. Im ersten Teil Trainingsorte in Hamburg – Volkspark dieser Kolumnenserie waren wir in Stellingen unterwegs. Um Ihnen den nächsten Trainingsort vorzustellen, begeben wir uns in den Süden.

Eine kurze Vorstellung

Südlich der Elbe, in Harburg, dem südlichsten Stadtteil von Hamburg, liegt das weitläufige Naturgebiet Harburger Berge. Moment! „Berge“ und „Hamburg“ passt doch gar nicht so sehr zusammen, das hatten wir doch schon in der Kolumne zuvor geklärt?! Doch, und zwar, weil ja südlich der Elbe sowieso alles Bayern ist (so die, scherzhafte Meinung vieler Hamburger). Okay, Spaß beiseite: Harburg und alle Stadtteile südlich der Elbe gehören so sehr zu Hamburg, wie alle anderen Stadtteile auch. Haben wir das also geklärt. Und nun zurück zum Thema. Die Harburger Berge kann man wirklich als Gebiet mit Bergen und Tälern, und dazu als bedeutenden Teil der „Grünen Lunge“ Hamburgs, bezeichnen. Hier fühlt sich jeder wohl. Entweder zum Entspannen, beim abenteuerlichen Entdecken oder bei der körperlichen Ertüchtigung. In diesem Sinne, lassen Sie uns starten.

Sie sind angekommen und los geht’s!

In unmittelbarer Nähe der Autobahn A7 gelegen, starten Sie Ihre Tour auf einem großen Parkplatz, nahe der Abfahrt HH-Harburg. Dieser ist schon umgeben von vielen Bäumen und Büschen und seine leicht ansteigende Ebene lässt das dahinter liegende Gelände schon erahnen.

Auf dem Parkplatz sind Sie nicht alleine. Viele Autos stehen schon dort, nicht wenige mit Transportgerüsten am Heck. Sie sehen Menschen, die sich Wander- und Sportschuhe schnüren, ihre Hunde aus dem Auto springen lassen oder Ihre Mountainbikes startklar machen.

Es führen drei Hauptwege ab in den Wald. Links geht es relativ flach beginnend mit leichten Kurven zur steil ansteigenden „Alten Skipiste“. Was? Jetzt ist aber wirklich mal gut – Skifahren in Hamburg?? Ja, das scheint tatsächlich der Fall zu sein (oder gewesen zu sein). Ach, und ich hatte noch nicht erwähnt, dass der ganz rechte Weg vom Parkplatz aus an dem Restaurant „Kärntner Hütte“ vorbeiführt. Also wenn das mal keine eindeutigen Indizien dafür sind, dass Sie sich hier in ECHT bergigem Gebiet befinden.

Sie begeben sich jetzt auf den mittleren und breitesten der drei Wege, der geradeaus in den Wald hineinführt. Die Sonne scheint, der grob steinige Boden knirscht deutlich unter Ihren Sportschuhen. Der Weg steigt erst moderat an, aber nach der ersten Kurve schon deutlich mehr. Sie beschließen erst einmal zu walken und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Hier und da zweigt ein Weg ab und sie sehen auch, dass viele schmalere Wege eindeutig für Mountainbiker oder Reiter gekennzeichnet sind. Eine Wegführung, die einen klaren Sinn hat, wie Sie bald schon erfahren werden. Die sehr hohen und schlanken Bäume ringsherum rauschen laut, aber nicht unangenehm. Viele Vögel versuchen sich dazwischen Gehör zu verschaffen. Die Luft hat ein blumiges, feucht-erdiges Aroma. An einer Weggabelung, die mit einem großen beschrifteten Stein gekennzeichnet ist, schlagen Sie den gerade weiterlaufenden Weg ein und beginnen locker loszutraben. Leicht warm ist es Ihnen bereits jetzt schon geworden. Nach mehreren hundert Metern geht es immer noch, mal mehr mal weniger, bergauf und Sie sehen in der Ferne eine Bank. Während Sie sich dort zum Stretchen eine kurze Pause gönnen, hören Sie plötzlich ein erst leises, dann immer lauter werdendes Sirren. Hinter einer Kurve erscheint ein Mountainbiker, der mit einem Affenzahn den Weg herunterdüst – im Geschwindigkeitsrausch nicht unbedingt willens die Bremse zu betätigen. Mit erhöhter Aufmerksamkeit setzen Sie Ihren Weg in lockerem Lauftempo fort. Dadurch fällt Ihnen plötzlich auf, dass Sie, selbst wenn die Bäume ruhig sind, kein einziges Geräusch der Autobahn hören, die sich nur wenige hundert Meter von Ihrem Standpunkt aus befindet.

Bald kommen Sie auf eine Ebene, die flacher verläuft, wo viele gestapelte Baumstämme liegen. Ihnen ist schon vorher aufgefallen, dass es hier im Wald auch sehr viel Totholz gibt, stehend oder liegend, alles sehr naturbelassen. Doch an einigen Stellen wird noch nachgeholfen, vermutlich der Pflege des gesamten Gebietes wegen. An einer erneut mit einem Stein gekennzeichneten Kreuzung vorbei geht es jetzt mit einigen Kurven wieder abwärts. Mal haben sie einen Abhang, mal eine erdige Wand zu Ihren Seiten. An einigen Stellen sind kleinere steilere Kurven in die Hänge eingelassen, speziell für den Nervenkitzel der Mountainbiker. Auch andere Läufer und Spaziergänger kommen Ihnen entgegen oder kreuzen Ihren Weg. Die sauerstoff- und energiereiche Luft zaubert jedem ein Lächeln ins Gesicht und einen Gruß auf die Zunge.

Weitere Berge und Täler folgen, Sie sehen eine graue Wolke am Himmel, welche aber durch das dichte Blätterdach kaum zu sehen ist. Einen Regenguss würde man hier entsprechend an vielen Stellen trockenen Fußes überstehen. An einem Försterhaus vorbeilaufend, sehen Sie zwei junge Frauen auf Pferden entspannt des Weges traben. So entspannt sehen es Ihre Beine mittlerweile nicht ganz, Ihnen ist ziemlich warm geworden. Aber es ist nicht mehr weit bis zum Ziel. Nur noch ein weiterer Wechsel aus ansteigenden und abfallenden Wegen, einigen Abzweigungen und nach einem letzten Anstieg kommt unter Ihnen zuerst das Restaurant, dann der Rest des Parkplatzes in Sicht. Mittlerweile hat es sich weiter zugezogen und damit sind auch die allermeisten Spaziergänger und Mountainbiker mit Ihren Autos verschwunden – das gewohnte Bild in den Harburger Bergen. Die Luft riecht jetzt angenehm nach warmem Regen, eigentlich eine willkommene Abkühlung nach Ihrem Training. Beim Stretching vor einem Schild, welches das gesamte Gebiet der Harburger Berge mit all seinen Routen zeigt, lassen Sie sich für Ihre nächste Tour inspirieren.

Immer ein Training oder einen Spaziergang wert

…oder einen Ritt zu Pferd oder mit dem Mountainbike. Zu jeder Jahreszeit, auch bei strömendem Regen, sind die Harburger Berge ein absoluter Wohlfühlort und lässt einen beim Training schnell neue Fitnesslevel „erklimmen“. Auf der Jagd nach Höhenmetern sollte man einiges an Muskelkraft und Lungenvolumen mitbringen. Und, um das Gebiet in Gänze zu erkunden, einiges an Zeit, denn man kann immer wieder neue Wege und Plätze entdecken. So liest man auf den Wegweiser-Steinen neben dem unerwarteten „Skigebiet“ und „Tempelberg“ auch mal weniger vertrauenserweckende Begriffe wie „Totenkeller“. Wie auch immer diese Begriffe Ihren Weg hierher gefunden haben, sie beschreiben die Abwechslung in diesem Gelände sehr gut. Hier wird Entspannung, Sportsgeist, Familienspaß und Abenteuerlust gleichermaßen befriedigt. Freuen Sie sich auf den nächsten Teil in dieser Serie, denn Hamburg hat noch viel weitere schöne Trainingsorte zu bieten.