#1 Vom Ungewissen zum Unglaublichen

7. Februar 2020

Ich sehe, wie die Faust auf mich zugeflogen kommt. Reflexartig werfe ich meine Arme in Keilformation nach vorne und forme instinktiv die richtige Abwehrtechnik. Simpel und effektiv gelingt es mir die Energie des Schlags, der im Ernstfall heftigen physischen Schaden angerichtet hätte, aufzunehmen und mit einem Gegenschlag auf meinen Trainingspartner zurückzuschicken.

Das MyPassion Wing Chun ist seit meinem ersten Probetraining mit 18 Jahren fester Bestandteil meines Trainings, meiner Arbeit, meiner Freizeit, meines ganzen Lebens. Seitdem hat eine Transformation in meinem Leben stattgefunden, die ich mir vorher hätte niemals erträumen lassen können.

Ich kann mich noch genau erinnern, wie ich zum ersten Mal mit dem MyPassion Wing Chun Konzept von Sifu Akin Özden in Berührung kam – wie ich den Gruppentrainingsraum betrat , voller Erwartungen und völlig ohne Vorstellung vom Wing Chun Training: Fremder Ort, fremde Leute, alle schon um viele Wing Chun Erfahrungen reicher als ich. Was mich hierher geführt hat? In den ganzen Jahren davor hat mich Sport, körperliche Aktivität im Allgemeinen, sehr gereizt, sodass ich viele Sportarten und Bewegungsformen ausprobiert hatte. Jedoch war ich bis dato nie mit Kampfsport oder Kampfkunst in Berührung gekommen. Ich kannte diese beiden Begriffe nur vom Hörensagen oder aus Filmen. Doch was genau ich da hörte oder sah, wusste ich nicht.

Meine Neugier und die Tatsache, bis auf Muskeltraining, noch nicht die eine Sportart für mich gefunden zu haben, ergriff ich die Chance mich zu einem Probetraining in der Nähe meines Wohnortes anzumelden. Als das Training losging verstand ich schnell, warum das Training ein Mindestalter von 18 Jahren erforderte. Natürlich bestand mein persönliches Training aus simplen Grundübungen, doch sah ich bei den anderen Trainierenden Kampfsituationen und deren handfeste Entschärfung, in deren Intensität sie Jüngere kaum verstanden hätten. Schnell merkte ich auch, dass es nicht nur auf das Körperliche ankommt, sondern auch auf das Geistige:

Wer sich psychisch wappnen und zur Wehr setzen kann, der braucht meist den physischen Kampf nicht um eine Situation zu deeskalieren.

Und damit wären wir auch beim Kernpunkt des Ganzen. Stumpf gesprochen geht es nicht um das bloße „Ballern“ oder „Leute klatschen“, also selbst der Aggressor zu sein, sondern im Gegenteil, mit meinem Können und meiner bloßen Wesensart eine brenzlige Situation zu beruhigen, bevor jemand verletzt wird.

Interesse geweckt? Wie es mir im weiteren Verlauf meiner ersten Trainingsstunden erging, erfahren Sie im Teil 2 – Vom Ungewissen zum Unglaublichen.